| Kirchenkonzert | 15. März 1950 | Anzeiger des Bezirkes Horgen |
Horgen
Chorkonzert in der Kirche Horgen
von R.M.

|
|
Das vom Männerchor Käpfnach-Horgen am letzten Sonntag veranstaltete Konzert erfreute sich eines recht guten Besuches, was sicher nicht zuletzt dem geschmackvoll zusammengestellten Programm sowie auch der Mitwirkung des Männerchors Wollishofen und der Zürcher Sängerknaben zuzuschreiben ist. Auf alle Fälle sind die Bestrebungen des unter der Leitung von Fritz Egli stehenden Männerchors Käpfnach, sich für ernsthafte Musik und bewährtes Liedgut einzusetzen, aufs schönste belohnt worden. Eröffnet wurde das knapp 11/4 Stunden dauernde Konzert mit der sorgfältig registrierten, in Wohllaut getauchten Fantasie in f-moll von Mozart. Schon hier erwies sich Eugen Humbel, bei dem auch die Begleitung der Chöre gut aufgehoben war, als sattelfester, gewandter Organist, der im weiteren Verlauf des Abends mit der technisch imponierenden Wiedergabe von Liszt's Präludium und Fuge über den Nahmen B-a-c-h alle Möglichkeiten des königlichen Instrumentes auszuschöpfen verstand. Ob diese stellenweise recht schwülstige, oft beinahe brutal wirkende Komposition alle Hörer befriedigte, bleibe dahingestellt. Eine besondere Note erhielt das Konzert unstreitig durch die Mitwirkung der von Alfred Glarner sicher angeführten Zürcher Sängerknaben, die schon mit ihren weissen Blusen und schwarzen Tellermützen ein anziehendes Bild boten. Lieblich, zu Beginn vielleicht etwas zaghaft, erklang das Engelterzett aus "Elias", diesem Meisterwerk von Mendelsohn, während das von einem unbekannten Komponisten stammende "Dona nobis pacem" (auswendig gesungen!) sich durch reine Intonation besonders auszeichnete. Die treffliche Gesangsdisziplin der jugendlichen Sänger kam auch Mendelsohn's op. 39 zu statten, und schliesslich sang eine Elite von rund 20 Knaben das aus der Kantate Nr. 78 von Joh. Seb. Bach stammende Duett "Wir eilen mit schwachen doch emsigen Schritten" mit einer Sicherheit und Musikalität, dass man nur staunen musste. |
|
|
Der Männerchor Wollishofen, verstärkte durch die Sängerknaben, bot unter der sicheren Leitung von Otto Schreiber und wirkungsvoll begleitet von der Orgel eine packende Wiedergabe des originellen, stimmungsvollen "Liedes vom Kreuz" (Georg Thürer) des Basler Konservatoriumsdirektors Walter Müller von Kulm. Der gleiche Chor verhalf dem "Drescherlied" von Walter Aeschbacher, einer Uebertragung des romantischen Gedichtes "Scunder Scudein nus" von Sep Mudest Nah (1892 -1945 dank guter Aussprache und straffem Rhythmus zu einem schönen Erfolg. Auch der Männerchor Käpfnach, den Fritz Egli gut in der Hand hat, leistete mit der lebendig gestalteten "Heimkehr" von Ferdinand Oskar Leu höchst Erfreuliches. Das ebenfalls von Heinrich Leuthold stammende Gedicht "In der Fremde", trefflich vertont von Hermann Suter, der die Chorliteratur durch wertvolle Kompositionen bereichert hat, erfuhr durch den Gesamtchor unter der Leitung von Fritz Egli eine, abgesehen von einer leisen Neigung zum Sinken, sehr beachtenswerte Wiedergabe. Eine schöne Leistung war auch der klanglich wohl abgerundete Gesamtchor "Wandelt im Licht" von Hans Huber. Mit Beethoven's machtvollem Gesang "Die Ehre Gottes" (Gellert) beschloss der Männerchor Käpfnach, verstärkt durch die Sängerknaben und Orgelbegleitung das in allen Teilen wohlgelungene, die zahlreiche Hörerschaft erfreuende Konzert. |